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Rat und Hilfe bekommt man am besten bei einem Tierarzt oder in einer Tierklinik!
NIEMALS: Ein kleiner Waschbär darf niemals mit Kuhmilch gefüttert werden. Das würde ihn umbringen!!
Trotzdem ist nicht zu vergessen, dass Sie es mit einem wilden Tier zu tun haben! Überlegen Sie sehr genau, ob Sie auch in der Lage sind, ein solches Tier auf Dauer zu versorgen. Haben Sie die Zeit? Leben Sie in einer geeigneten Umgebung?
  
Was wird werden, wenn dieses Bärchen sechs Monate alt ist und unbequem wird? Überlegen Sie es sich frühzeitig, nicht erst, wenn der Kleine unangenehm wird!
Falls Sie nicht die Möglichkeit haben, das Waschbärenbaby aufzuziehen, suchen Sie nach einer Familie, die am Waldrand lebt und Tiere über alles liebt.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mit "meinen" Waschbären in Canada lebe.
Für mich ist der Waschbär ein wunderbares Wesen, das ich sehr liebe. Mein Wissen beruht auf der Erfahrung von vielen Jahren, die ich schon mit diesen Tieren gemeinsam verbracht habe.
Ich möchte den Waschbären nicht als Haustier darstellen, denn ein solches wird er nie werden. Man muss sich ihm anpassen und nicht umgekehrt.
Dass heißt: Man muss zumindest am Waldrand leben, damit der Waschbär die Gelegenheit hat, sich in der freien Natur zu bewegen und sie kennen zu lernen. Nur so kann diesen Tieren geholfen werden!
Wildtiere dürfen nicht eingesperrt werden. Das wäre keine Hilfe, sondern Quälerei! Ein Waschbär würde sich niemals glücklich fühlen ...wollen Sie das?
Falls Sie Fragen haben oder Hilfe brauchen, schreiben Sie mir.

Waschbärenfindlinge
Verwaiste obdachlose Waschbärenbabys... Der erste Schritt: das Baby wärmen!
Werden Waschbärenbabys gefunden, sind sie meist unterkühlt, da ihnen die Nestwärme der Mutter fehlt. Als erste Maßnahme gilt es, die normale Körpertemperatur zu erreichen. Dazu legen Sie Ihren Schützling in einen kleinen Korb, der mit einer Wärmflasche ausgestattet sein muss. Die Wärmflasche darf nur mit handwarmem Wasser gefüllt und in ein Tuch gewickelt sein. So wird das Baby schnell anfangen, sich wohl zu fühlen.
Allerdings darf man niemals sofort mit dem Füttern beginnen, d.h. zum Fressen zwingen. Dann wird sich das Tier nicht erholen, sondern sterben.
Nach dem Aufwärmen muss man versuchen, mit einer Pipette langsam einige Tropfen lauwarmes sterilisiertes (abgekochtes) Wasser in das Schnäuzchen zu träufeln. Nach etwa ein bis zwei Stunden wird sich der kleine Körper dann normalerweise stabilisiert haben.
Lassen Sie dem Kleinen viel Zeit, sich an Ihre Hände zu gewöhnen. Die meisten Babys sind traumatisiert. Da sie nicht wissen, was mit ihnen gerade geschieht, haben sie große Angst, könnten überreagieren und vielleicht beissen! Ein lautes Umfeld wirkt noch dazu sehr beunruhigend und verursacht noch grössere Angst. Sprechen Sie deshalb leise und beruhigend auf das Waschbärchen ein, bis es sich daran gewöhnt hat, dass Sie es versorgen. Viel, viel Geduld und Zeit gehören dazu... und Hoffen. Jegliche Gewaltanwendung bringt statt eines Erfolges das Gegenteil. Das möchte ich an dieser Stelle ganz deutlich hervorheben.
Für die ersten Fütterungen mixt man Hundewelpenersatzmilch-Pulver mit je zur hälfte abgekochtem Wasser und Ziegenmilch. Waschbärenbabies nehmen oft nicht sofort die Flasche an, versuchen sie es erst mit einer Pipette oder einer Spritze und träufeln sie langsam die Flüssigkeit in den Mund des Baby's.
Wenn die ersten Bemühungen erfolgreich abgeschlossen sind, d.h.: sobald das Waschbärenbaby stabil ist, sich beruhigt hat und sich an das Füttern mit der Pipette und an Ihre Hände gewöhnt hat, sollten Sie damit beginnen, den kleinen Winzling mit einer Babyflasche zu füttern.
Man darf nie aufhören, sich um die Kleinen zu bemühen. Nur so kann ihnen die Angst genommen werden und sie können es schaffen, Vertrauen zu fassen.
Niemals darf Leitungswasser Verwendung finden, da der Magen eines Babys die Belastungen noch nicht vertragen kann. Auch darf - NIEMALS KUHMILCH oder DOSENMILCH - gefüttert werden. Es könnte tötliche Folgen für ihr Waschbärenbaby haben.
Man gibt zusätzliche Vitamine (NUTRICAL). Diese Vitamine gibt es als Paste beim Tierarzt. Sie wird sonst verwendet für Katzen und Hunde, die nach einer Operation nicht sofort fressen können. Ich gebe immer eine Messerspitze auf den Sauger der Flasche, denn NUTRICAL schmeckt sehr süss und Waschbären lieben Süsses.
Falls Ihr Baby nicht trinken will ist es sehr wichtig dem kleinen Wasser einzuflösen. Ein Waschbärenbaby kann sehr schnell austrocknen und dass bedeutet oft ihren Tod! Ich selbst bekomme jedes Jahr Babies die sehr ausgetrocknet sind und muss ihnen Lactated Ringer's Injectionen unter die Haut spritzen! Auch bei Durchfall ist es sehr wichtig die Babies mit viel Wasser zu versorgen.Wenn ihr Baby nicht trinken will ist es sehr wichtig so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen, er wird ihnen bestimmt weiterhelfen und weiss was zu tun ist. Bei starkem Durchfall könnten immer Parasiten schuld daran sein darum ist auch hier anzuraten einen Tierarzt aufzusuchen der ihrem Baby ein geeignetes Antibiotikum verabreicht.
Das Füttern ist nicht so einfach!
Dazu wickelt man das Baby in ein Tuch und nimmt es auf den Schoss. Es kann manchmal sehr lange dauern, bis ein Waschbärenbaby die Flasche annimmt. Am besten streichelt man sanft und gewissenhaft den Rücken. Das erinnert das Baby an seine Mutter, die ihm den Rücken leckt. Dadurch wird das Kleine zum Saugen animiert!
Beachtet werden muss auch, dass es nicht zuviel Nahrung zu sich nimmt! Wenn das Kleine aufhört, kräftig zu saugen und nur noch mit dem Sauger spielt, ist es meistens satt. Zuviel Nahrung könnte eine Kolik auslösen!
Auch das anschliessende Bäuerchen ist sehr wichtig. Dazu legt man das Kleine über die Schulter, genauso wie beim Menschen-Baby. Nach dem Bäuerchen muss der Bauch leicht massiert werden, damit die Darmfunktion und das Urinieren angeregt werden.

Für Kot und Urin benutze ich ein lauwarmes Tuch. Korrekte Hygiene ist sehr wichtig, da die Kleinen manchmal schädliche Parasiten in ihren Exkrementen haben. Säubern Sie das Baby sorgfältig. Die Farbe des Stuhls sollte etwa die von Erdnussbutter sein. - In der Natur wird der genitale Bereich massiert, indem die Waschbären-Mutter ihre Kinder ableckt.
Sehr wichtig ist auch, dass Waschbärenbabys in einer Gruppe aufwachsen. So können sie sich besser entfalten, wachsen schneller und haben in der freien Natur bessere Überlebenschancen.
Auf der nächsten Seite möchte ich Ihnen mein Leben mit den Waschbärenbabys schildern!
Fütterungszeiten:
Geburt bis zur 2. Woche - alle zwei Stunden rund um die Uhr
2. bis 3. Woche - alle drei Stunden rund um die Uhr
3. bis 8. Woche - alle vier Stunden rund um die Uhr
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