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Unsere Murmeltiere leben nun schon drei Jahre bei uns!
Footfoot bekam 2005 die ersten fünf Junge, nun bin ich stolze Murmel-Oma!!!


Obwohl in unserer Gegend sehr viele Murmeltiere leben, werden selten Murmeltierbabys gefunden. Sie leben nämlich meistens an Hängen von Autobahnen und das stellt für sie eine grosse Gefahr dar. Manchmal sehe ich am Strassenrand ganze Murmeltier-Familien, die von Autos überfahren worden sind. Murmeltiere graben ihren Bau sehr tief ins Erdreich. Deshalb, und weil Murmeltierbabys nicht so schreien wie Waschbärenbabys, haben sie weniger gute Chancen, in ihrem Bau gefunden zu werden, falls ihre Mutter zu Tode gekommen sein sollte. Und so müssen sie verhungern.

2002 aber hatten zwei von ihnen Glück. Sie waren gefunden worden und man gab sie schliesslich bei uns ab. Nun hatten wir die Gelegenheit, uns um die ca. zwei Wochen alten Murmeltierbabys zu kümmern. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick und mein Mann wollte sofort die Pflege der Babys übernehmen, denn ich war auch schon mit der Versorgung einiger Waschbärenbabys gut beschäftigt.

Zuerst mussten wir uns informieren, denn wir hatten ja überhaupt keine Erfahrung mit der Aufzucht von Murmeltierbabys.

Für sie mussten wir eine spezielle Nahrung zusammenstellen! Die Babyflasche nahmen sie nicht an, doch mit der Spritze tranken sie gut. Der Unterschied zur Aufzucht von Waschbärenbabys ist doch gravierend. Nach ein paar Tagen begannen sich die lustigen Tierchen aber zu entwickeln. Sie wuchsen schnell und der Katzenkorb, in dem sie untergebracht waren, war bald zu klein. Sie fingen zu streiten an und manchmal konnten wir auch ihr lautes Pfeifen hören. Also bekamen sie ein neues Heim. Eine kleine Hütte, die wir eigens für kleine Waisen aus dem Tierreich gebaut hatten, war noch frei.

Was wir noch nicht wussten: Eine Hütte ist für halbwüchsige Murmels nicht geeignet. Sie stritten weiterhin und wurden ziemlich agressiv.

Dann setzten wir die Murmeltiere in unser kleines Gehege, in dem wir ursprünglich unsere kleinen Hasen gehalten hatten.

Aber im Hasengehege waren die beiden höchstens eine Stunde und schon hatten sie sich ausgegraben! Sie fingen dann auch sofort an, auf der kleinen "Insel" vor unserem Haus ein Loch zu buddeln. Zum Schlafen brachten wir sie vorsichtshalber wieder in ihre kleine Hütte, denn ich hatte grosse Angst, dass irgendein Tier sie holen könnte. Bald hatten sie ihren Bau fertig. Ich weiss nicht, wie tief sie gegraben hatten, aber drei Schubkarren voll mit Erde und Steinen galt es nun wegzuräumen.



Die Aussage vieler Spezialisten, dass Murmeltiere nicht sehr zutraulich würden, können wir nicht bestätigen.Footfoot und Little Footfoot, so nannten wir die beiden, liefen uns überall hin nach. Mein Hund “Honney” liebt die Footfoots, wahrscheinlich wegen ihres Geruchs. Mein Mann meint, sie würden riechen wie kleine Elefanten! Honney liess die beiden nicht aus den Augen.

Die Murmeltierbabys spielten sogar zusammen mit den Waschbärenbabys, obwohl kleine Waschbären manchmal etwas unsanft sind. Dann quietschen die kleinen Murmeltiere jämmerlich und ich hatte schon Bedenken. Nach und nach konnte ich aber beobachten, dass sie gut miteinander auskommen.

Footfoot ist wie ein kleiner Dackel. Alles was er meint, gebrauchen zu können, zieht er in den Bau. Stofftiere, Handtücher und manchmal zieht er sogar unseren Müllsack bis vor den Bau, aber der Eingang ist leider zu klein!



Ende Juli liessen wir die beiden dann auch nachts in ihrem Bau schlafen. Sie genossen ihre Freiheit sichtlich. Wenn sie zusammen spielen, wollen die Waschbärenbabys manchmal den Murmeltieren in ihren Bau folgen, doch der Eingang ist für Waschbären natürlich nicht gross genug.

Die Waschbären schlafen unter unserer Terrasse, weil es dort angenehm kühl ist. Die Footfoots untersuchten schließlich auch diesen Platz und begaben sich dann neben den Waschbären zur Ruhe! Schnell wurde allen der Schlafplatz zu eng; also wurde er vergrössert! Eines Morgens hatte der Schlafplatz der Waschbären drei neue Eingänge. Mühselig hatten wir den Innenhof mit Pflastersteinen ausgelegt. Die Footfoots entfernten einfach die Steinplatten am Rand, denn ihr Bau musste ja unbedingt mehrere Ausgänge haben!

Wir versuchten mehrmals, die Eingänge wieder zu schliessen, doch es war nicht möglich, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen. Die Murmeltiere bauten immer wieder um! So akzeptierten wir eben, dass unsere Terrasse neu gestaltet worden war...

Im August kam noch ein kleiner Murmel zu uns. Er war bestimmt schon vier Wochen alt und wir fütterten ihn nur kurze Zeit mit der Spritze, denn er konnte ja schon allein fressen. Bald versuchten wir, ihn in die Gruppe zu interigieren. Es klappte auf anhieb! Unsere beiden Murmeltiere nahmen ihn sofort auf und er durfte in ihren Bau einziehen.

Nun leben Waschbärenbabys, Murmeltiere und sogar unsere Hasen gemeinsam unter unserer Terrasse. Morgens kratzen die Footfoots wie kleine Hunde an der Tür und betteln um Milch! Sie springen auf meinen Schoss und kauen an meinen Fingern. Wenn die Tür offen steht, kommen sie in meine Küche und versuchen, die Schränke zu öffnen.

Es ist schon aussergewöhnlich, wenn wir morgens unseren Kaffee auf der Terrassse geniessen. Alle Tiere teilen mit uns die frühen Morgenstunden. Und wir teilen mit ihnen unser Frühstück und haben unsere Freude daran.

Dass Murmels nicht zahm werden, kann ich heute definitiv nicht bestätigen. Unsere Murmeltiere sind so zahm wie unsere Hunde. Natürlich aber nur uns gegenüber. Sobald ein Fremder unser Grundstück betritt, schlagen sie Alarm und es beginnt ein lautes Pfeifen.

Die Hunde bellen, die Murmeltiere pfeifen und alle Waschbären samt Murmel sind verschwunden!

Murmeltiere sind sehr reinlich und lieben einen trockenen Bau. Jedesmal, wenn es geregnet hat, holen sie meine Handtücher oder meine Kuechenrollen weg. Ich muss schon sehr aufpassen, wo ich meine Wäsche trockne. Mein Sohn vergisst das manchmal und hängt sein Badetuch nach dem Schwimmen einfach auf einen Stuhl. Flugs schleppt es ein Murmel in den Bau. Ich weiss nicht, wie viel sie schon weggeschleppt haben, aber ich kann ihnen nicht böse sein, denn sie wollen es schliesslich auch gemütlich haben.




Als wir im September eine Tierstation besuchten, gab man uns ein Murmeltier, das keine Geschwister hatte (Näheres lesen Sie unter “Erlebnisse: Petzi”). Zuhause stellten wir es gleich seinen Artgenossen vor. Da es aber noch nie ein Murmeltier aus der Nähe gesehen hatte, wurde erstmal fürchterlich getritten und meine Footfoots wollten es vertreiben. Es dauerte aber nicht lange und auch der “Neue” durfte mit in den Bau. Plötzlich fingen die Murmeltiere an, in der Nähe des alten einen neuen Bau zu graben. Wahrscheinlich war es zu zu viert zu eng geworden. Inzwischen gibt es vier verschiedene Anlagen und sie wechseln mal in den einen und mal in den anderen Bau oder sie schlafen bei den Waschbären!

Viele Leute prophezeiten mir, wenn ich Murmeltiere hätte, wüchsen in meinem Garten keine Blumen mehr! Aber das hat sich nicht bewahrheitet!

Da ich nur Wildblumen sähe, blüht bei uns das ganze Grundstück! Nur auf meine Sonnenblumen muss ich aufpassen, die liebt jeder! Die Eichhörnchen fressen gleich den Samen, die Murmels die ersten Spitzen und die Waschbären lieben es, an den hohen Stängeln zu spielen. Es gibt aber genügend davon und einige werden auch gross! Auch der halbe Gemüsegarten überlebt immer. Das heisst: die eine Hälfte des Salates für die Murmeltiere und Hasen und die andere Hälfte für uns. Es reicht für alle und jeder ist zufrieden!

Tiere sind ja nicht dumm: sie fressen nur so viel, dass sich alles wieder erholen kann.

Die Natur sorgt ganz allein für das biologische Gleichgewicht.

Nun leben unsere Murmeltiere schon drei Jahre bei uns! Ich weiss immer, wann der Winter zu Ende ist. Sobald meine Murmels die Nase aus dem Schnee strecken und an der Tür nach Salat betteln ist der Frühlig sehr nah. Vielleicht bekommen die Murmeltiere in diesem Jahr zum ersten Mal Nachwuchs. Das wäre wirklich super, aber bis jetzt sehe ich leider keine Anzeichen!

Jedenfalls weiss ich, dass Murmeltiere keinen Schaden im Garten anrichten, solange man mit ihnen teilt! Was macht es schon, wenn sie einen Bau graben oder die Grasspitzen fressen? So muss ich nie den Rasen mähen! Schliesslich haben ja wir unser Haus in die Natur gebaut. Dann müssen wir auch mit den Wildtieren teilen! Wenn es jederso tun würde, ginge es nicht nur den Menschen gut, sondern auch den Tieren. Denn, wie schon gesagt: die Natur ist für alle ausreichend da, wenn keiner übertreibt!

Dies aber den Menschen begreiflich zu machen, die ihren Ziergarten mit Strom und sogar Gift verteidigen, ist sehr schwierig. Jede Zierblume ist ihnen wichtiger als ein Lebewesen. Doch aus Erfahrung kann ich sagen, dass diese Menschen oft mehr Schäden in ihren Gärten haben als ich. Wahrscheinlich spüren die Tiere, wie sehr ich sie und meine Blumen liebe. Sie teilen alles mit uns! Und wir teilen mit ihnen! Die Blumen, die Nahrung und unsere Liebe!

Footfoot und seine Freunde leben immer noch bei uns. Dieses Jahr bekam Footfoot fünf Babies und wir dachten die ganzen Jahre er wäre eine Sie.

Wir sind sehr stolz auf unsere Footfoot-Familie. Vielleicht werden unsere Footfoot-Babies genauso zahm wie ihre Mutter, das kann ja heiter werden. Hoffentlich öffnen sie nicht auch den Küchenschrank so wie ihre Mutter! Na ja als Oma kann man aber schlecht nein sagen, oder?

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